Liturgische Texte zu „Welche Kirche wollen wir?“ (6. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr C)

Einleitung

Wir werden heute aus der Apostelgeschichte eine Episode hören, bei der es darum gegangen ist, dass sich die frühen christlichen Gemeinden zunächst haben finden müssen. Denn dies war nach dem Tod von Jesus eine grosse Herausforderung.

Auch wir müssen uns in der heutigen Zeit als Kirche immer wieder neu finden und die Frage stellen, wohin soll der Weg weiterführen. Und immer wieder muss sich die Kirche selber im Klaren werden und Entscheide fällen, welche Werte sie leben will.

Doch wir wollen auch darauf vertrauen, dass wir diesen Weg nicht alleine gehen müssen, sondern gemeinsam miteinander und gemeinsam mit Gott und ganz mit und im Geist von Jesus.

 

Besinnung / Kyrie

Wir stehen immer noch in der Osterzeit.

Jesus Christus,
lass uns auch innerlich mitten drin sein in Ostern.

In unserem Alltag wollen wir uns führen lassen vom Tod zum Leben.
Herr, erbarme dich.

In unseren Begegnungen wollen wir die Liebe siegen lassen.
Christus, erbarme dich.

In unserem Leben wollen wir immer wieder den Weg vom Dunkel ins Licht finden.
Herr, erbarme dich.

 

Jesus Christus,
führe du uns hin zum Leben und zur Liebe,
ins Licht und in die Freiheit.
Und lass uns auch als Kirche den Weg der Auferstehung gehen,
vom Erstarrten hin zum Befreienden.
Lass uns mit unseren Entscheidungen,
nicht ausgrenzen,
sondern Türen öffnen
für unsere Mitmenschen,
für Kreativität,
für Inspirationen.
Lass uns mutig sein, voller Vertrauen und erfüllt von deinem grosszügigen und gütigen Geist.
Amen.

 

Tagesgebet

Jesus Christus,
Dein Leben bietet uns Orientierung, Sinn und Kraft.
So wie du Menschen geliebt hast,
lass auch uns aus dieser Liebe leben.
So wie du Menschen Vertrauen geschenkt hast,
lass auch uns Vertrauen fördern.
So wie du Menschen aufgerichtet hast,
lass auch uns einander aufrichten.
So wie du Menschen an deinen Tisch eingeladen hast,
lass auch uns mit unserer Art und unserem Leben einladend und gewinnend sein.
Wir danken dir für den Weg,
den du vorausgegangen bist.
Und wir danken dir für die Kraft deines Lebens, die auch in unser eigenes Leben hineinwirkt.
Amen.

 

Fürbitten

Guter Gott
Das, was unser Herz bewegt, wollen wir in Bitten in Worte fassen.

Wir bitten für unsere Kirche. Lass sie Wege finden, die nicht in die Enge führen, sondern ins Weite.

Lass die Entscheidungsträger der Kirche sich darum bemühen, dass Menschen unabhängig von Geschlecht und Ansehen mit ihren Fähigkeiten die Kirche mitgestalten und mitleiten können.

Lass in unserer Kirche nicht die Angst vor Erneuerung und Veränderung überhandnehmen, sondern lass in ihr das Vertrauen darauf wachsen, dass Gottes Geist auch heute noch weht, in Glaubenserfahrungen, in Begegnungen, in der Vernunft, in Träumen und in Inspirationen der Menschen des Hier und Jetzt.

Wir bitten für uns selber. Lass uns grossherzig sein und nicht darüber urteilen, wer noch katholisch oder christlich ist, sondern jeden Menschen als Geschöpf Gottes erkennen.

Guter Gott, dein heiliger Atem erfass uns und unsere Kirche jeden Tag neu. Amen.

 

Gabengebet

Barmherziger Gott
Wir danken dir für die Gaben,
die wir selber von dir erhalten haben,
unsere Fähigkeiten und uns selber,
und stellen sie in deinen Dienst.
Wir danken dir auch für Brot und Wein.
Sie verbinden uns mit Jesus Christus,
unserem Bruder und Vorbild.
Im Teilen dieser Gaben wollen wir in seinem Sinn und Geist miteinander unterwegs sein.
Amen.

 

Ausklang

Ich träume von einer Kirche,
in der sich niemand fragen muss,
kann oder darf ich noch dazu gehören.
Ich träume von einer Kirche,
in der Menschen mit ihrer unterschiedlichen Art und ihrer eigenen Art zu glauben Heimat finden.
Ich träume von einer Kirche,
die ihr Potential in den Menschen sieht und sich freut an überfliessender Kreativität,
an Inspirationen, die Erneuerung bringen,
an Ideen, die begeistern.
Ich träume von einer Kirche,
die die Menschen ermutigt,
die eigenen Fähigkeiten zu fördern und einzubringen,
die sie bestärkt, den je eigenen Glaubensweg zu finden und zu gehen,
die den Menschen zuhört und von ihren Erfahrungen lernt,
die den Menschen zutraut,
selber herauszufinden zu können, was ihnen und ihrem Leben Sinn gibt.
Ich träume von einer Kirche,
die in ökumenischer Verbundenheit gemeinsam Glaubens- und Tischgemeinschaft feiert,
die dem Lachen und dem Humor wieder mehr Raum gibt und nicht alles todernst nimmt,
die für Ehrlichkeit, Transparenz und Aufrichtigkeit kämpft und Lügen, Verheimlichungen und Doppelbödigkeit den Gar aus macht.
Ich träume von einer Kirche,
die Ostern lebt,
Erstarrtes loslässt,
Bewegung und Aufbruch zulässt,
Dunkles ans Licht bringt
und Wege in die Lebendigkeit sucht und geht.

 

Segen

Der belebende und befreiende Gott
segne und behüte uns.
Er führe uns immer wieder
an den Puls des Lebens
und
zu den Herzen unserer Mitmenschen
und erfülle uns mit seinem Geist.
So segne uns der gütige Gott,
Vater, Sohn und Hl. Geist.
Amen.

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